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Von Dr. Vera Eilers Das 87 Seiten starke Heft beschreibt die Umsetzung der 1999 in Bologna beschlossenen Entstehung eines „europäischen Hochschulraums“ für die Studiengänge „Übersetzen und Dolmetschen“. Es handelt sich um den Abschlussbericht eines 2004 durchgeführten, vom DAAD geförderten Forschungsprojektes. Die sorgfältig ausgewählten 32 vor allem europäischen Hochschulen mit rund neunzig Studiengängen und -richtungen stellen ein breites Spektrum dar, wobei sowohl renommierte als auch weniger bekannte Ausbildungsstätten mit einbezogen wurden. Als Untersuchungsgegenstand wurden die Ziele der Bologna-Erklärung festgelegt, das heißt leicht verständliche und vergleichbare Studienabschlüsse, zwei Hauptzyklen, ein Leistungspunktesystem, die Förderung der Mobilität der Studierenden, die Förderung der europäischen Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung sowie europäische Dimensionen im Hochschulbereich (die beiden letzten Punkte wurden in der Studie nicht berücksichtigt). Ziel der Studie war es, die Probleme und Perspektiven der Translationswissenschaft im europäischen Hochschulraum aufzuzeigen beziehungsweise die Existenz eines solchen zu überprüfen. Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass bezüglich der Studiengänge „Übersetzen und Dolmetschen“ bezüglich der vier von ihr untersuchten Punkte (den ersten vier Zielen der Bologna-Erklärung) durchaus von einer erfolgreichen Umsetzung der Einzelziele sprechen kann: Die Verständlichkeit der Studiengänge wurde erreicht, die Vergleichbarkeit der Abschlüsse ist zwar formal vorhanden, inhaltlich jedoch nicht (was im Bologna-Prozess auch nicht vorgesehen war). Die geforderten zwei Hauptzyklen wurden überall eingeführt, wenn auch nicht in vergleichbarer Weise. Die Leistungspunkte wurden ebenfalls eingeführt, dies allerdings völlig uneinheitlich, so dass die Vergleichbarkeit mehr als zweifelhaft erscheint. Die Autorin befürwortet dennoch das Punktesystem, da sie keine zweckmäßigere Alternative sieht. Die Mobilitätsförderung ist zwar nicht in allen untersuchten Studiengängen als optimal anzusehen, dennoch ist sie vorhanden. Trotz einer positiven Bilanz der Untersuchung im Hinblick auf die Einzelpunkte sieht Susanne Hagemann die Existenz eines wahren europäischen Hochschulraums für die Translationswissenschaft bisher nicht, wobei sie zu bedenken gibt, dass es eine Definitionsfrage ist, was man darunter zu verstehen hat. Sie bezweifelt die Durchführbarkeit einer internationalen Koordination der Inhalte der entsprechenden Studiengänge, die ein solcher Hochschulraum voraussetzen würde und beruft sich auf das althergebrachte vielzitierte Prinzip der Gleichwertigkeit trotz Vielfalt. In einem Ausblick spricht sie Ideen zu einer Europäisierung der Studienziele und -inhalte an, deren inhaltlich-normative Aspekte sie jedoch für problematisch, das heißt zu zentralisiert hält, und listet eine Reihe von Nachteilen einer solchen denkbaren Regelung auf. Ihr Verständnis von Europäisierung zielt auf inhaltliche Transparenz statt Vereinheitlichung. Die Studie schließt mit der sogenannten „Germersheimer Erklärung“ vom Dezember 2004, die von der Autorin und A.F. Kelletat verfasst wurde und in der eine solche Definition von Europäisierung präzisiert wird, wobei ein besonderes Gewicht auf Transparenz gelegt wird. Ein Verzeichnis von Internetadressen der untersuchten Hochschulen und der mit dem Bologna-Prozess verbundenen Einrichtungen sowie ein ausführliches Register zu den Hochschulen gefolgt von einem Schlagwortverzeichnis runden die Studie ab. Insgesamt wurde gerade bei den drei Fallstudien (Mainz/Germersheim, Ventspils (Lettland) und ESIT/Paris) und der vergleichenden Analyse sorgfältig gearbeitet und nachvollziehbar verglichen, trotz der immensen Schwierigkeit, die Fülle der doch sehr variierenden Studiengänge überhaupt unter den Blickwinkel der Vergleichbarkeit zu bringen. Für den Bologna-Prozess ist diese Zwischenbilanz sicher hilfreich.
Susanne Hagemann: Translationswissenschaft und der Bologna-Prozess. BA/MA-Studiengänge für Übersetzen und Dolmetschen im internationalen Vergleich. |